DiWo-Chain - Neu- und Weiterentwicklung digitaler Dienstleistungen in der Wohnungswirtschaft durch lokalen Einsatz der Blockchain-Technologie

Projektlaufzeit:

07/2019 - 06/2022

Projektleitung (Fakultät):

Herr Prof. Dr.-Ing. Rainer Wasinger (Physikalische Technik/Informatik)

Kontakt:

Herr Prof. Dr.-Ing. Rainer Wasinger

0375 536 1453
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Kooperationspartner:

Brunata-Metrona

Fördermittelgeber:

BMBF

Situation

Für die Abrechnung verbrauchsabhängiger Energie- und Wasserkosten im Wohnbereich zuständig zwischen Vermieter und Mieter werden Mess- und Abrechnungsdienstleister benötigt. Hierbei werden Smart Meter Gateways (SMGW) durch Vorgabe des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vermehrt als zentrale Kommunikationseinheiten für das Empfangen von Messdaten lokaler Zähler eingesetzt. Das SMGW kommuniziert dabei zur Verbrauchsdatenübertragung wie auch zu seiner Administration mit verschiedenen Komponenten und beteiligten Marktakteuren.Das erste SMGW wurde im Dezember 2018 vom BSI auf Basis des vorgegebenen Schutzprofils zertifiziert.
In den meisten Fällen werden Daten zentral gespeichert. Entweder direkt auf dem Computer, dem Endgerät oder remote in der Cloud. Doch auch die Cloud basiert auf zentraler Datenspeicherung, bei der Daten über das Internet auf einem oder mehreren Servern gespeichert werden. Eine Herausforderung bei zentraler Datenspeicherung besteht darin, dass Datensicherung, Verifizierung und Zertifizierung von Transaktionen geld- und zeitintensiv sind und immer eine potenzielle Quelle für Fehler, Manipulation und Zensur darstellen. Diese können intern oder extern, absichtlich oder unabsichtlich, durch Mensch oder Maschine verursacht sein. Darüber hinaus existiert für personenbezogene Messdaten nach Datenschutz-Grundverordnung und Bundesdatenschutzgesetz eine Zweckbindung und die damit verbundene Datenminimierung. Zur Erstellung einer Abrechnung verbrauchsabhängiger Energie- und Wasserkosten sind Zählerdaten in kurzen Intervallen nicht notwendig und dürfen daher nicht zentral durch den Messdienstleister gespeichert werden. Jedoch können die Daten lokal (dezentral) für neue Anwendungsgebiete (Visualisierung des Verbrauchs, Regelung/ Steuerung der Heizung/ des Heizungskessels) genutzt werden. 

Aufgabe

Im Rahmen des geplanten gemeinsamen Forschungsvorhabens „DiWo-Chain“ der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) und der Brunata-Metrona-Gruppe (BM) soll mit Hilfe der Blockchain-Technologie eine Lösung erarbeitet werden, die eine lokale Nutzung der Messdaten für neue Dienstleistungen ermöglicht und gleichzeitig eine datenschutzkonforme Abrechnung der Energie- und Wasserkosten erfolgen kann.

Ergebnis

Derzeit ist Blockchain eine rein technologische Entwicklung, die auf neue Anwendungsgebiete angepasst werden muss. Die Vorteile der Blockchain-Lösung liegen vor allem in der dezentralen Speicherung und Verschlüsselung relevanter Messdaten. Zudem erfolgt eine lückenlose Dokumentation der Transaktionshistorie. Dies fördert insbesondere eine datenschutzkonforme, nicht korrumpierbare Transparenz der Daten. Durch die individuell definierten Regeln in Smart Contracts werden zahlreiche Folgeprozesse für den Messdienstleister vereinfacht, beschleunigt, flexibilisiert und automatisiert. In diesem Zusammenhang wird eine hohe Kostenersparnis erwartet. Auf Basis dieser neu geschaffenen Ausgangssituation lassen sich völlig neuartige, smarte Dienstleistungen in der Wohnungswirtschaft etablieren.