Digitale Patienten Assistenz - DiPA

Projektlaufzeit:

06/2019 - 12/2019

Projektleitung (Fakultät):

Frau Prof. Dr. Anke Häber (Physikalische Technik/Informatik)

Kontakt:

Frau Prof. Dr. Anke Häber

+49 (375) 536 1528
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Fördermittelgeber:

SMWK/SAB

Situation

Die Digitalisierung hat auch für die Medizin weitreichende Folgen. So schreibt das BMBF, die Digitalisierung „könnte das heutige Gesundheitssystem grundlegend verändern“.Begriffe wie eHealth oder elektronische Patientenakte sind immer wieder Bestandteil aktueller Politik.Der Gesundheitsminister Jens Spahn hat die digitale Patientenakte zur Chefsache erklärt und treibt die Digitalisierung des Gesundheitswesens intensiv voran.Daher verwundert es nicht, dass der Vorsitzende des Digitalverbands Bitkom gegenüber dem deutschen Ärzteblatt sagt, die Digitalisierung ist das „vielleicht größte Potenzial für die Medizin seit der Erfindung des Penicillin“.Die Veränderung der medizinischen Versorgung wird aber nicht nur durch geänderte Gesetze getriggert und verändert Versorgungsstrukturen, sondern geht einher mit einer Vielzahl von neuen Geräten zur Erfassung und Auswertung der Daten.Längst können und müssen medizinische Daten auch im häuslichen Umfeld erfasst werden.Das gilt insbesondere für chronisch Kranke und ältere Personen. So würden 61% der Deutschen ihre Vitalparameter zur Früherkennung von Krankheiten analysieren lassen.Bei der Altersgruppe 65 Plus gaben 65 Prozent der Befragten an, einer derartigen Auswertung ihrer Daten zuzustimmen.Vor der Analyse müssen die entsprechenden Daten möglichst im häuslichen Bereich erfasst und an den medizinischen Dienstleister übermittelt werden.Bei der älteren Patientengruppe steht auch immer ein selbstbestimmtes und aktives Leben im Mittelpunkt der Betrachtung.Dies ist zu großen Teilen von der medizinischen Versorgung und der damit verbundenen frühzeitigen Erkennung von Krankheiten abhängig.Also genau dem Bereich, in dem die Digitalisierung der Medizin helfen kann. 

Aufgabe

Ziel der Forschung ist die adäquate Unterstützung älterer Patienten im Umgang mit Digitalisierung für einen selbstbestimmten Umgang mit medizinischen Geräten & Daten. Dabei stehen zwei Bereiche im Fokus: zum einen der digitale Kontakt von zuhause zu medizinischem Personal eines Versorgers, zum anderen eine automatische Übermittlung der gemessene Vitaldaten an den medizinischen Versorger. Beide Teile sollen in einer App gelöst werden.

Ergebnis

Der enge digitale Kontakt mit medizinischem Personal soll in Ergänzung zum Forschungsprojekt „Telematikunterstützung für die Impulsregion Vogtland 2020“ (IVoTeG) realisiert werden. Die in diesem Projekt eingerichteten med. Servicezentren ermöglichen eine Patientennahe Versorgung von Seiten der medizinischen Versorger. Jedoch ist auch für dieses Versorgungsmodell eine gewisse Mobilität der Patienten notwendig, um das nahe gelegene medizinische Servicezentrum zu erreichen. Diese Mobilität ist häufig aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen, fehlendem ÖPNV und fehlender Verfügbarkeit von jüngeren Bezugspersonen nicht in ausreichendem Maße gegeben. Innerhalb des Projektes „IVoTeG“ wird der Kontakt zwischen Arzt und med. Servicezentrum gefördert. Innerhalb des beantragten Forschungsvorhabens ist jedoch der digitale Kontakt Patient zum med. Servicezentrum Gegenstand, um dem Patienten ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben mit aktiver Teilhabe an sozialen Ereignissen und dem Verbleib in der eigenen Wohnung zu ermöglichen.